eBay führt nächstes Jahr einen kostengünstigen Fulfillment-Dienst namens Managed Delivery ein. Im Rahmen des neuen Service werden Logistikzentren eingerichtet, in denen Verkäufer ihre Waren lagern können. Außerdem will sich eBay, genau wie Amazon, um die Lieferung der Pakete kümmern. Der neue Service soll Verkäufern helfen, ihren Arbeitsaufwand zu reduzieren. eBay verspricht niedrigere Kosten und einen schnelleren Versand der Lieferungen. Aber die neuen Lageroptionen bergen auch neue Risiken für Online-Verkäufer in Europa.

Managed Delivery wird zuerst in den USA im Jahr 2020 eingeführt und verspricht den Käufern eine schnellere und zuverlässigere Lieferung von Millionen von Produkten. Managed Delivery soll Verkäufern mit hohem Lagerbestand helfen, die steigenden Erwartungen der Käufer zu erfüllen und gleichzeitig Kosten und Arbeitsaufwand zu reduzieren. In strategisch günstig gelegenen Lagern, die auch für Verpackung und Versand zuständig sind, können die Verkäufer ihre Produkte bei Logistikpartnern lagern.

eBay selbst ist nicht Besitzer der Lager, sondern unterstützt den Managed Delivery-Service über eine globale Technologieplattform und Drittanbieterpartner , um so einen nahtlosen End-to-End-Fulfillment-Prozess für Verkäufer zu schaffen. Das Ziel von Ebay ist es, den Wettbewerb mit Amazon wieder anzukurbeln. Amazon bietet einen solchen Logistikservice auch für Verkäufer an und beschäftigt Partnerunternehmen für die Lieferung. Der neue Service wird den Verkäufern die Möglichkeit geben, Käufern, die sich einen kostenlosen Versand wünschen, ein zuverlässigeres und schnelleres Lieferversprechen zu geben – und damit ihre Verkäufe auf eBay zu steigern.

Infografik: Wie Managed Delivery funktioniert

Neben der Erstellung eines verwalteten Katalogs, der es den Käufern erleichtert, das Gesuchte zu finden, und der Entwicklung von verwalteten Zahlungen, um den Käufern mehr Zahlungsmöglichkeiten zu bieten, ist Managed Delivery die dritte Kreation von eBays Entwicklung zu einem besseren Marktplatz. Verkäufer mit hohem Lagerbestand, die sich für den Einsatz von Managed Delivery qualifizieren, haben folgende Vorteile:

  • Geringere Kosten
  • Vereinfachte Logistik und schnellerer Versand
  • Steigende Umsätze
  • eBay-branded Verpackungen
  • Kundensupport & verbesserter Schutz bei Sendungen

Auf der anderen Seite profitieren die Käufer davon:

  • Schnellerer Lieferung
  •  Zuverlässigkeit und genaue Verfolgung von Bestellungen
  • Kostenloser Versand
  • Qualitativ hochwertige Verpackungen von eBay
  • Verbesserter Kundensupport

Wie wirkt sich Managed Delivery auf Verkäufer aus, die Umsatzsteuer in der EU abführen müssen?

Managed Delivery wird zunächst nächstes Jahr in den USA eingeführt. Da es in den USA keine Umsatzsteuer gibt, gibt es keine speziellen Regeln, die von Verkäufern, die Managed Delivery innerhalb der USA nutzen, zu beachten sind. Sobald der Service nach Europa eingeführt wird, gibt es für Verkäufer einige Dinge zu beachten, um die steuerkonform in Europa zu verkaufen. 

Jedes Unternehmen, das innerhalb der EU tätig ist, ist verpflichtet, auf Produkte und Dienstleistungen Umsatzsteuer zu erheben. Die lokalen Steuerbehörden in der EU sind bestrebt, dafür zu sorgen, dass diese Steuereinnahmen auch beim Fiskus ankommen.
Sobald Managed Delivery in Europa startet und Warenhäuser in der EU verfügbar sein werden und Verkäufer Ihre Waren dort lagern, benötigen sie mindestens eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer in dem Land, in dem die Waren gelagert werden, um in der EU verkaufen zu können. Wenn Verkäufer in mehr als einem Land verkaufen oder die Lieferschwelle in einem bestimmten Land überschreiten, benötigen Sie zusätzliche Umsatzsteuer-Identifikationsnummern für die verschiedenen Länder.
Verkäufer können ihre Waren in einem Land lagern und in andere Länder Europas mit einer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer verkaufen, aber nur, wenn Sie die Lieferschwelle nicht überschreiten.

Wird die Lieferschwelle überschritten, müssen Verkäufer auch dann eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer in dem Land beantragen, in dem Sie die Grenze überschritten haben, unabhängig davon, ob Sie dort Waren lagern oder nicht.